Sunday, 22 May 2011 11:43
Written by gypsywolve

Demonstrationen hat die spanische Regierung untersagt, doch die Menschen lassen sich ihren Protest gegen die etablierten Parteien nicht verbieten. Zu Tausenden campieren sie im Zentrum Madrids - und zeigen, wie eine solidarische Gemeinschaft aussehen sollte.
Cristina Fernandez de Bobadilla dreht sich erst zur einen, dann zur anderen Seite, mit ihrem ausgestreckten rechten Arm zeichnet sie einen großen Bogen: “Das hier ist unser Haus”. Eine Eingangstür gibt es nicht, auch keine Räume, denn die 23-Jährige steht auf der Puerta del Sol, einem großen, offenen Platz im Herzen von Spaniens Hauptstadt Madrid.
Die Puerta del Sol gehört der protestierenden Jugend, seit Tagen schon, und neuerdings muss man wohl sagen: immer noch. Denn eigentlich dürften sie gar nicht mehr hier sein. Die Wahlbehörde des Landes hat für dieses Wochenende Demonstrationen untersagt, weil sie Schwierigkeiten bei den Regional- und Kommunalwahlen am Sonntag befürchtet. Aber wen kümmert das hier schon?
Landesweit gingen trotz eines Demonstrationsverbotes auch in der Nacht zum Samstag rund 60.000 Menschen auf die Straße, allein in Madrid sollen es 25.000 gewesen sein. Nach Angaben der Zeitung “El País” beteiligten sich in Valencia rund 10.000 Demonstranten, in Malaga und Barcelona zwischen 6000 und 7000.
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